Vor 20 Jahren startete das erste Projekt in der Manege

Veröffentlicht am: 12. Januar 2026
Das Gebäude der Manege gGmbH als zweistöckiges Gebäude und als heutiger Rundbau.

Die Manege gGmbH heute und vor 20 Jahren.

Berlin – Vor 20 Jahren begann in der Manege gGmbH mit der Arbeit, die bis heute junge Menschen begleitet und unterstützt. Vom 15. Dezember 2005 bis zum 26. Januar 2006 fand im Rundbau des Don-Bosco-Zentrums am Otto-Rosenberg-Platz in Berlin-Marzahn die erste Trainingsmaßnahme statt, an der zehn arbeitslose Jugendliche teilnahmen. Ziel des Projekts war es, den jungen Frauen und Männern eine Eingewöhnung in die Arbeitswelt zu ermöglichen: mit einer festen Tagesstruktur, sinnvoller Beschäftigung und ersten Einblicken in verschiedene Berufsfelder.

Erste Maßnahme für arbeitslose Jugendliche

Geleitet wurde die Maßnahme von Rolf Amrouche, Schwester Margareta Kühn und Daniela Hartmann. Von Anfang an ging es dabei nicht nur um praktische Tätigkeiten, sondern auch um individuelle Förderung. Der strukturierte Tagesablauf bot den Jugendlichen Orientierung und Verlässlichkeit und ließ zugleich Raum für persönliche Entwicklung.

Rolf Amrouche erinnert sich noch gut an diese Anfangszeit: „Jeder Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück. Das war für die Jugendlichen und auch für uns immer ein Highlight.“ Mit selbst geschmierten Broten versorgt fuhr anschließend eine Gruppe Jugendlicher mit dem Betreuer nach Wannsee, wo im Rahmen der Maßnahme praktische Tätigkeiten in den dortigen Werkstätten stattfanden. 

Die andere Gruppe blieb im Rundbau des Don-Bosco-Zentrums. Dort lag der Schwerpunkt auf Förderunterricht sowie auf der Vorbereitung auf Ausbildung und Arbeit. Unter Anleitung von Daniela Hartmann erstellten die Jugendlichen Bewerbungsunterlagen, schrieben Lebensläufe und bereiteten sich auf Bewerbungsverfahren vor. Dabei wurden sie auch dabei unterstützt, ihre schulischen Erfahrungen zu dokumentieren, etwa durch die gemeinsame Kontaktaufnahme mit früheren Schulen. Auch eine praxisnahe Einführung in handwerkliche Tätigkeiten, unter anderem in Malerarbeiten und Techniken wie der Schablonierung, stand auf dem Programm.

Werkstätten und Wohnheim ziehen vom Wannsee nach Marzahn

In Wannsee hatten die Salesianer Don Boscos – neben den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel Gesellschafter der gemeinnützigen Manege GmbH – bis zum Jahr 2004 Ausbildungsstätten, Wohnheimplätze und Gruppenangebote für Jugendliche betrieben. 2005 wurde diese Arbeit dann in Marzahn fortgeführt.

Die Holz-, Metall- und Malerwerkstätten wurden neu aufgebaut und von dem Projekt genutzt. In den folgenden Jahren kamen mit der Küche und dem Garten- und Landschaftsbau weitere Bereiche dazu. Viele der Jugendlichen von damals sind heute längst erwachsen. Mindestens einer von ihnen begann im Anschluss an das Projekt eine Ausbildung als Maler und Lackierer und ist bis heute in diesem Beruf tätig – ein Beispiel dafür, wie nachhaltig das Engagement für Jugendliche wirken konnte.

Erfolgreiches Konzept wurde weitergeführt

Ursprünglich war die Trainingsmaßnahme auf sechs Wochen angelegt und sollte Ende Januar 2006 enden. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde sie jedoch erneut ausgeschrieben, auf sechs Monate verlängert und auf 15 Teilnehmende erweitert. Ein besonderer Bestandteil des Projekts war die enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt: Mitarbeiterinnen kamen zur Beratung und Vermittlung direkt ins Haus und ermöglichten den Jugendlichen einen persönlichen und niedrigschwelligen Kontakt zur Arbeitsvermittlung.

Ausbau und Weiterentwicklung bis heute

Seit dem ersten Projekt im Jahr 2005 wurden die Angebote kontinuierlich ausgebaut und an die Bedarfe junger Menschen angepasst. Heute ist das Don-Bosco-Zentrum in Marzahn ein Zentrum mit einer Kita, einer IBA-Schule und einem offenen Bereich, in dem Jugendliche an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Unterstützung und Hilfe finden können. Darüber hinaus hat die Manege gGmbH auch weitere Standorte in Reinickendorf und Treptow-Köpenick  und ist mit dem Beratungsbus immer dort präsent, wo Jugendliche und Familien Beratung benötigen.

 Text und Foto: P. Simon Härting, Manege gGmbH